Der Niemalslacher ist ein norddeutscher Roman der den Leser auf besondere Weise in die dunkelste Zeit der Geschichte und die phantastische Welt des Lachens entführt.
Sebastian wächst bei Pflegeeltern auf und ist anders, als die anderen Kinder. Er interessiert sich nicht für Fußball oder Autos ? Sebastian will Clown werden. Eines Tages begegnet er dem mürrisch-traurigen Herrn Dietrich. Herr Dietrich hat sich das Lachen abgewöhnt, weil er vor vielen, vielen Jahren sein Lachen verloren hat. Nach und nach erfährt Sebastian die tragische Geschichte des Niemalslachers, die in die dunkle Nazizeit zurückführt. Von da an hat Sebastian nur noch ein Ziel: Mit Hilfe seines Clownfreundes Pio will er dem alten Herrn Dietrich noch einmal ein Lächeln abgewinnen.
Christian Bergs Der Niemalslacher berührt den Leser emotional sowohl durch die Darstellung des 10jährigen Sebastian, der das Gefühl hat, der Welt gleichgültig zu sein, als auch durch die Zeitreise in die Welt des Niemalslachers, die den Leser dessen Geschichte förmlich spüren lässt, zumal die wahre Geschichte des Oskar Dankner in die des Herrn Dietrich verwoben und so für immer literarisch in der Welt verankert wurde.
Oskar Dankner war einer der ersten Juden in Cuxhaven, der den antisemitischen Terror des Hitlerregimes am eigenen Leibe zu spüren bekam. Die gegen ihn gerichtete Hetzkampagne gipfelte am 27. Juli 1933 in einer öffentlichen Anprangerung, bei der Dankner zusammen mit seiner angeblichen `Mätresse' Adele Edelmann, einer Nichtjüdin, mit einem Schild um den Hals durch die Straßen der Stadt getrieben und dabei auch mit einem Seil geschlagen wurde.
Christian Bergs Roman "Der Niemalslacher" fesselt den Leser durch große Erzählkunst und lässt ihn auf der Suche nach dem verlorenen Lachen auch sich selbst und ein Stück Magie wieder finden.
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vor 11 Jahren
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